Konrad_I._(Polen) Beschreibung Konrad_I._(Polen)  
 
   
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Konrad I. (Polen)

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Konrad I. (Polen) Artikel

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Konrad von Masowien (*1187 oder 1188, † 1247) regierte in dem unabhängigen Herzogtum Masowien nominal seit 1199. Er wurde von 1232-1241 und 1243 abgesetzt. Sein Vater war Kasimir der Gerechte, Herzog von Krakau und seine Großeltern waren Boleslaw III. Schiefmund und Salome von Berg-Schelklingen.

Konrad von Masowien war nie Herrscher über ganz Polen, er war ca. ein polnischer Teilfürst und stand in Konkurrenz zu den anderen polnischen Teilfürsten. Keiner von ihnen konnte sich zur damaligen Zeit zu dem König von Polen aufschwingen. Wie allgemein üblich, versuchte auch Konrad von Masowien, sein Herrschaftsgebiet auf Kosten seiner Nachbarn kriegerisch zu vergrößern. Es gelang ihm 1222 zunächst, das nördlich von Masowien gelegene Kulmerland, das von Pruzzen bewohnt war, zu erobern. Die Pruzzen schlugen jedoch zurück und es entwickelte sich ein jahrelanger Grenzkrieg, in dessen Verlauf die Pruzzen nicht ca. das Kulmerland zurückeroberten, sondern auch wiederholt in Masowien selbst einfielen und gar Konrads Hauptstadt Plock bedrohten. Konrad warb ständig um militärischen Beistand und betonte dabei immer, daß die Pruzzen noch keine Christen waren, um damit seinen Kampf eine religiöse Überhöhung zu verleihen. Er erhielt aber nie Unterstützung von den anderen polnischen Teilfürsten. In dem Jahr 1226 bat Konrad von Masowien den Deutschen Orden um Hilfe. Der Deutsche Orden war in dem Jahr zuvor vom ungarischen König Andreas II. aus dem Burzenland vertrieben worden, wo der Orden 1211 bis 1225 erfolgreich gegen die heidnischen Kumanen, ein türkisches Steppenvolk, gekämpft hatte.

Der Hochmeister des Deutschen Ordens, Hermann von Salza, war jedoch darauf bedacht, nicht mit Konrad von Masowien eine ähnliche Entwicklung wie vor zehn Jahren mit dem König von Ungarn zu erleben. Hermann von Salza wollte erst die Stellung des Ordens rechtlich absichern, bevor er die Ordensritter in den Kampf führt. Die lediglich mündliche Zusage von Konrad von Masowien, der Orden würde in dem Erfolgsfall das Kulmerland als Lehen des Herzogs von Masowien erhalten, war Hermann von Salza angesichts der schlechten Erfahrungen in dem Burzenland nicht genug. Der Hochmeister des Deutschen Ordens wandte sich darum zuerst an den Römischen Kaiser Friedrich II., den damals mächtigsten weltlichen Herrscher der westlichen Hemisphäre. Hermann von Salza erreichte, daß Kaiser Friedrich II. dem Orden schriftlich in der Goldenen Bulle von Rimini den Besitz des Kulmerlandes als Geschenk Konrads und darüber hinaus auch den Besitz jeden Landes, das der Orden von den Pruzzen erobern würde, garantierte. Ohne das zukünftige Ordensland zu dem Lehen des Römischen Kaisers zu erklären, bedrohte der Kaiser jedoch jeden, der die Herrschaft des Ordens angreifen würde, mit schwerer Strafe.

Angesichts dieser Entwicklung hatte Konrad von Masowien Bedenken bekommen, ob die Deutschordensritter wie von ihm geplant für seine eigene Absichte kämpfen würden. Er gründete darum nach Vorbild des Schwertbrüderordens einen eigenen Kreuzritterorden, die "Brüder von Dobrin" (offiziell: "fratribus militiae Christi in Prussia", also übersetzt: "Brüder des Ritterdienstes Christi in Preußen"). Konrad von Masowien rief offiziell zu dem Kreuzzug gegen die heidnischen Pruzzen auf und warb um christliche Ritter zur Unterstützung seines eigenen Ritterordens. Die "Brüder von Dobrin" konnten jedoch weder das Kulmerland wieder erobern, sie versagten sogar beim Schutz des masowischen Kerngebietes und erlitten 1228 eine vernichtende Niederlage gegen die Pruzzen. Konrad von Masowien stand nun mit dem Rücken zur Wand und mußte befürchten, irgendwann ganz Masowien gegen die Pruzzen zu verlieren. Er beugte sich darum 1230 den Forderungen des Hochmeisters der Deutschordensritter und verpflichtete sich am 16.Mai 1230 in dem Vertrag von Kruschwitz , dem Deutschen Orden in dem Erfolgsfall das Kulmerland "auf ewige Zeit" als Geschenk zu überlassen (nicht mehr ca. als Lehen!), außerdem auch Löbau und die Burgen Nessau und Vogelsang. Wie bereits in der Goldenen Bulle von Rimini, so bestätigte jetzt auch Konrad von Masowien in dem Vertrag von Kruschwitz (polnisch: Kruszwica) die Unabhängigkeit des zu schaffenden Ordensstaates und seine Herrschaft über das Kulmerland und alle von ihm eroberten Länder der Pruzzen. Herrman von Salza erhielt außerdem noch in dem Herbst 1230 vom Papst Gregor IX. die mündliche Zusage, die Unabhängigkeit des zukünftigen Ordensstaates ebenfalls zu garantieren, was am 3. August 1234 in der Goldenen Bulle von Rieti auch schriftlich niedergelegt wurde. Dabei spiele sicher auch die Konkurrenz zwischen Papst Gregor IX. und Kaiser Friedrich II. eine Rolle.

Nunmehr dreifach abgesichert, beginnt der Deutsche Orden endlich, gegen die Pruzzen Krieg zu führen. In dem Frühjahr 1231 sammelte Landmeister Hermann Balk sich mit einer kleinen Streitmacht bei Vogelsang in der Nähe von Nessau, setzt über die Weichsel und errichtete noch in dem selben Jahr beim späteren Thorn in dem Kulmerland eine erste neue Burg. In den ersten Jahren werden die Feldzüge der Ordensritter stets wieder durch Truppen Konrad von Masowiens und der anderen polnischen Teilfürsten unterstützt. 1234 wird der unbedeutende Kreuzritterorden "Brüder von Dobrin" in den Deutschritterorden integriert, 1235 übernimmt der Deutsche Orden mit Erlaubnis des Papstes auch offiziell die Burg Dobrin. 1237 geht auch der Schwertbrüderorden in dem Deutschen Orden auf.


t align=center> Vorgänger:
Heinrich II.
t align=center> Liste der Herzöge und Könige von Polen t align=center> Nachfolger:
Boleslaw V.


Herzöge und Könige von Polen

Lech | Krak | Popiel | Siemowit | Lestek | Siemomysl | Mieszko I. | Boleslaw I. der Tapfere | Mieszko II. Lambert | Kasimir I. der Erneuerer | Boleslaw II. der Kühne | Wladyslaw I. Herman | Boleslaw III. Schiefmund | Wladyslaw II. der Vertriebene | Boleslaw IV. der Kraushaarige | Mieszko III. der Alte | Kasimir II. der Gerechte | Leszek I. der Weiße | Wladyslaw III. Dünnbein | Heinrich I. der Bärtige | Heinrich II. der Fromme | Konrad I. von Masowien | Boleslaw V. der Schamhafte | Leszek II. der Schwarze | Heinrich IV. Probus von Breslau | Przemysl II. | Wenzel II. von Böhmen | Wenzel III. von Böhmen | Wladyslaw (IV) als König I., der Ellenlange | Kasimir III., der Große | Ludwig I. | Jadwiga/Hedwig | Wladyslaw II. Jagiello | Wladyslaw III. von Warna | Kasimir IV. Jagellonicus | Johann I. Albrecht | Alexander | Sigismund I. der Alte | Sigismund II. August | Heinrich von Valois | Stephan Báthory | Sigismund III. | Wladyslaw IV. | Johann II. Kasimir | Michael Korybut Wisniowiecki | Johann III. Sobieski | August II. der Starke | Stanislaus I. Leszczynski | August II. der Starke | August III. der Sachse | Stanislaus II. Poniatowski

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